Die Entschuldigung

von Martin Auer

Ein Kammerspiel nicht ohne bitteren Humor über sentimentale Vergangenheitsbewältigung.

Uraufführung:

Freitag, 9. März 2018, 20.15 Uhr

Samstag, 10. März, 20.15 Uhr

Montag, 12. März, Dienstag 13. März, Mittwoch, 14. März, jeweils 10.00 Uhr

(Schulvorstellungen)

Theater am Saumarkt/Feldkirch

www.saumarkt.at

 

Neue Termine im TIK Dornbirn:

14., 15. und 16. Juni 2018

jeweils um 20.30 Uhr

www.tik.co.at/events/die-entschuldigung

 

Ariel Mautners Großeltern sind im NS-Vernichtungslager Treblinka ermordet worden. Nachdem Mautner ihnen einen „Stein der Erinnerung“ hat setzen lassen und darüber ein kleiner Bericht im Radio gesendet worden ist, erhält er den Anruf von Kurt Berger, der sich bei ihm entschuldigen will. Es ist der spätgeborene Sohn eines der SS-Aufseher von Treblinka. Widerstrebend willigt Mautner in ein Treffen ein. Er versucht, Berger zu bewegen, die bisher unbekannten Fakten über den Verbleib seines Vaters nach Ende des Kriegs der Öffentlichkeit und der Wissenschaft zugänglich zu machen, doch Berger will nur eine persönliche Absolution. Bergers Tochter Miriam fürchtet die Bloßstellung ihrer Familie und will einen Schlussstrich ziehen. Bergers Mutter deckt schließlich auf, dass Berger viel mehr über seinen Vater weiß, als er zugeben wollte. Der Vater hat die Mutter als „Mistkübel für sein schlechtes Gewissen“ missbraucht. Die Mutter hat dem jugendlichen Berger die Taten des Vaters anvertraut, um sich von dem Ekel zu befreien, den sie ihr verursacht haben, und Bergers Motive sind ebenfalls nur selbstbezogen. Mautner versucht die Familie davon zu überzeugen, dass keine sentimentale, sondern nur eine politische Auseinandersetzung mit der Geschichte geeignet ist, ein „Nie wieder!“ Wirklichkeit werden zu lassen. Doch damit bleibt er allein.

Eine szenische Lesung für Erwachsene und junge Menschen ab 14 Jahren mit:

Ariel Mautner: Martin Auer

Kurt Berger: Robert Kahr 

Miriam Berger: Birgit Unger

Mafalda Berger: AnnaMaria Tschopp

Bühne: Johannes Rausch

Kostüme: Evelyne Fricker

Regie: Sabine Wöllgens

Die Entschuldigung Begleitmaterial.pdf
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MAUTNER: Servus! Weißt du, wer mich grad angerufen hat? Einer der die Sendung gehört hat. Über den Stein der Erinnerung. Und jetzt will er mich treffen. – Warum? Warum? Er will sich entschuldigen! Entschuldigen! Für seinen Vater. Weil der in der Wachmannschaft war! – Ja, dort! Ich halt das nicht aus! Was geht ihn das an! Was drängt der sich da herein! Ich wollt doch nur für uns, für die Familie etwas... Etwas zum Anhalten, einen Fixpunkt, du weißt schon. Wir haben keinen Grabstein, nichts, wo wir hingehen können. Jetzt haben wir wenigstens diese kleine Messingplatte vor dem Haus, wo sie gewohnt haben. Das wollt ich. – Ja, natürlich ist das auch was Öffentliches, ja, ich hab ein Zeichen gesetzt und das hab ich jetzt davon! Öffentlich ja, ich bin jederzeit bereit, öffentlich Stellung zu nehmen, das ist eine Verpflichtung, wenn wer einen Vortrag haben will, gerne, von mir aus eine Podiumsdiskussion – aber der will ja persönlich, der drängt sich ins Private, der will ja nicht öffentlich irgendwas darlegen, der will zu mir kommen, damit ich ihm die Absolution erteile oder was, der will an meiner Trauer teilhaben, keine Ahnung, was soll das bitte, mich persönlich treffen und sich entschuldigen, will er jetzt zu allen hinrennen, die übrig geblieben sind von den hunderttausend, die sein Vater auf dem Gewissen hat, und sich entschuldigen? Will er ins Guinness-Buch der Rekorde damit? – Ich weiß nicht. – Ja, ich kenn ihn nicht, ich hab keine Ahnung, was er wirklich will, aber verdammt, verdammt, verdammt, ein bisschen Respektabstand vielleicht. Ich kann das nicht, mir geht das zu nahe, mir ist das zu intim, ich will das nicht. – Glaubst? – Wie kann der noch am Leben sein! – Die sind alle nimmer am Leben. – Ja, von den Häftlingen leben noch ein paar, die‘s als Kinder verschleppt haben, aber die SSler waren ja keine Kinder. – Na gut, also wenn der 1920 ... dann war er im 42er Jahr 22... Der wär dann jetzt fünfundneunzig. Ganz unmöglich ist es nicht. 

  

 

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