Der fliegende Koffer

nach Hans Christian Andersen

Bearbeitung und Spiel: Sabine Wöllgens

Kostüme: Evelyne M. Fricker

Inszenierung: Johannes Rausch

 

"Oh reisen reisen! Wer doch sein ganzes Leben umherflattern könnte! - Ja, ich fühle, dass die Welt mein Heim ist, und ich werde mich, ja muss mich in diesem Heim tummeln!"

 

Drei Tage gereist ist die Erzählerin, von einer kleinen dänischen Insel mit Schiff und Bus und Bahn bis zum Aufführungsort. Auf dieser Insel beginnt die Geschichte des jungen Kaufmannssohns Frderik Nielsen, der von seinem Vater eine Villa, einen Hafen mit sieben Schiffen und ein Vermögen erbt. Schnell gibt er alles aus, besitzt nichts mehr als ein Paar Pantoffeln und einen Schlafrock. Sein letzter Freund schickt ihm einen alten Koffer mit der Botschaft: "Pack ein!" Da er nichts einzupacken hat, setzt er sich selbst hinein und fliegt davon.

 

Aus dem Reisegepäck der Erzählerin entstehen die Insel, fremde Länder und die Stadt mit dem wunderbaren Palast. Hier landet er nach drei abenteuerlichen Flugtagen und lernt die Prinzessin seines Herzens kennen. Doch bevor König und Königin ihm ihre Tochter versprechen, muss Frederik noch eine schwierige Aufgabe lösen. Eine Geschichte soll er erfinden, klug genug, um der Königin zu gefallen und lustig genug, um den König wieder einmal zum Lachen zu bringen. Das Märchen im Märchen, gespielt mit Topf, Kessel, Tellern, Einkaufstasche und Streichhölzern überzeugt das Königspaar. Die Hochzeitsvorbereitungen beginnen.

 

Um auch dem Volk zu imponieren, kauft der Held Raketen und Feuerwerk und präsentiert sich in seinem Koffer fliegend als feuriger Gott. Doch er hat Pech: sein Koffer verbrennt.

 

Hans Christian Andersen ist als genialer Märchendichter bekannt. Er selber sah sich als Romancier, Dramatiker, Poet und als Chronist seines Lebens und seiner Zeit. Die überwiegende Zeit seines Lebens verbrachte Andersen als Reisender. Bildungshunger, Neugier und Ruhelosigkeit waren der Antrieb, andere Länder und fremde Menschen kennen zu lernen. Wie viele damalige Künstler und Intellektuelle unternahm er ausgedehnte Bildungsreisen, die ihn mit Postkutsche und Eisenbahn bis nach Rom und in den vorderen Orient brachten. Die weiten Reisen durch Europa machten Andersen zu einem der ersten europaweit bekannten Persönlichkeiten.

 

Pressestimmen:

Ein Koffer ist schon ganz am Anfang des Stückes zu sehen - allerdings ist es ein Kunststoff-Trolley, den die Erzählerin (Sabine Wöllgens) hinter sich herschleift und auf die Bühne wuchtet. Aus diesem Koffer holt sie allerlei Gerät und baut damit Tisch und Hocker auf. Nach ersten dänische Sätzen berichtet sie von ihrer beschwerlichen Reise - von der dänischen Insel nach Feldkirch ins Saumarkttheater, wo am Samstag die Premiere von "Der fliegende Koffer" nach einem Märchen von Hans Chrisrian Andersen zu sehen war.

Wöllgens zaubert in dieser Inszenierung von Johannes Rausch einmal mehr aus wenig viel: Thermoskanne und Taschenlampe werden zum Leuchtturm, aus Taschen, die an einem Gürtel hängen, den sie um die Hüfte trägt, holt die Schauspielerin eine Vielzahl an Gegenständen, die sie stimmig einsetzt, die Stadt wird aus Toilettentaschen mit aufgeklebten Fenstern gebildet und den Kaufmannssohn, der sein Erbe mit Nonstopp-Partys verschleudert, stellt Wöllgens mit einer Holzpuppe dar. Dieser Kaufmannssohn bekommt einen fliegenden Koffer und fliegt damit in ein fernes Land in den Palast einer Prinzessin, der nur aus der Luft erreichbar ist. Sie verlieben und verloben sich - dem jungen Mann gelingt es sogar, ihre Eltern mit einer Geschichte von der Hochzeit zu überzeugen und dann passiert es ...

"Der fliegende Koffer" ist eine mit minimalsten Mitteln liebevoll erzählte und humorvoll umgesetzte Geschichte, in die auch die kleinen ZuschauerInnen miteinbezogen werden.

Neue Vorarlberger Tageszeitung, 19.3.2006

 

Ein Hoch auf die Poesie, Andersen eben, wissen die Erwachsenen, während die Kinderaugen auch auf Grund der “feurigen” Erzählweise zu glänzen beginnen. Sabine Wöllgens kommt mit einem schlichten Koffer auf die Bühne und zaubert daraus eine ganze Welt. Da sprechen dann Teller und Kesel, und aus einfachen Taschen wird eine ganze Stadt. Man kennt diese Effekte, hier werden sie - auch in den bewusst leise gehaltenen Momenten - aber immer wieder neu und sehr gut umgesetzt.

Vorarlberger Nachrichten, 6.4.2006


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