Ich bin Polleke!

nach dem gleichnamigen Roman von Guus Kuijer für die Bühne bearbeitet von Sabine Wöllgens

mit: Birgit Unger, Lissie Poetter, Martin Heesch

Inszenierung: Sabine Wöllgens

Bühne: Johannes Rausch

Kostüme: Evelyne Fricker

Aufführungsrechte: Verlag für Kindertheater Uwe Weitendorf GmbH 

 

Es scheint ein trauriger Sommer zu werden. Pollekes bester Freund Mimun verbringt die ganzen Ferien in seiner marokkanischen Heimat. Ihre Mutter streitet – obwohl frisch verheiratet – lautstark mit ihrem Walter, Pollekes neuem Stiefvater und gleichzeitig Klassenlehrer, und – was das Schlimmste ist - sie vermisst ihren Großvater, der vor kurzem gestorben ist.

 

Polleke glaubt nicht daran, dass er im Himmel wohnt oder als Baby oder Kalb wiedergeboren wird. Aber woran soll sie glauben – und wie trauern?

Ihre beste Freundin Consuelo kommt aus Mexiko und scheint sich in diesen Dingen besser auszukennen, aber die hat ja auch eine Kultur. Am Grab des Großvaters vollziehen die beiden ein indianisches Trauerritual, was bei einigen Dorfbewohnern nicht so gut ankommt. Polleke findet es anstrengend eine Kultur zu haben, aber an die Liebe glaubt sie, und dazu hat sie schließlich auch allen Grund.

 

Kuijer hat in seinen Jugendromanen über das Mädchen Polleke lebensnahe Figuren dreier Generationen erschaffen, die sich alle auf ihre eigene und sehr unterschiedliche Weise mit großen Fragen auseinandersetzen: Liebe, Tod und Trauer; Kultur, Religion und Glauben. Herzerfrischend freimütig, mit unerschütterlichem Lebensmut und ihrer eigenwilligen Poesie sinniert die Heldin über die Turbulenzen des Erwachsenwerdens.

 

Zwei Schauspielerinnen und ein Schauspieler in zwölf Rollen erzählen und spielen mit Leichtigkeit, Witz und Tempo die Geschichte aus dem prallen Leben unserer westlichen multikulturellen Welt.

 

Guus Kuijer wurde 1942 in Amsterdam geboren. Von 1966-1973 war er Volksschullehrer. Seitdem hat er sich ganz der Schriftstellerei verschrieben und zahlreiche Romane, Erzählungen und Kinder- und Jugendbücher verfasst.

Sein Gesamtwerk wurde 1979 mit dem niederländischen Staatspreis für

Kinder- und Jugendliteratur ausgezeichnet. "Wir alle für immer zusammen", der erste Band der Polleke-Reihe, den wir 2008 produzierten, wurde ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2002, Kategorie Kinderbuch und nominiert für den Unesco-Kinderliteraturpreis für Toleranz 2003.

 

 

presse:

hallo, gutes theater in sicht
.
saumarkt zeigt, wie man junge leute weg von der glotze und hin zur bühne bringt.
ein frühsommerlicher samstagabend in vorarlberg. die einen saßen beim grill, die anderen vor der glotze, eine beachtliche zahl jedoch machte sich am feldkircher saumarkt auf entdeckungsreise und wurde fündig: bei "ich bin polleke!" war rasch klar, dass gutes theater in sicht ist, theater für menschen ab zehn.
familie und so. der holländer guus kuijer versteht es, seinen erzählungen vom alltag eine realistische basis zu verleihen. was anderswo oft als problem behandelt und damit verkannt wird, sieht er als herausforderung. polleke feiert bald den 13. geburtstag. die beziehung zu mutter und vater ist gut. einen stiefvater gibt es aber auch, der großvater ist gerade gestorben, die freundin aus mexiko konfrontiert mit neuen bräuchen, zu einem marokkanischen jungen werden zarte bande geknüpft. er schenkt ihr ein kopftuch...
bis sich das mädchen die frage stellt, ob sie glaubt, die menschen lieben zu können, erlebt man gut konzipierte familienszenen. sabine wöllgens hat eine bühnenversion voller spannung und denkanstöße geschaffen, die ausstattung von johannes rausch und evelyne m. fricker erlaubt rasche szenen- und rollenwechsel der tollen crew, die phantasie wird angeregt, nicht straff gelenkt. junges theater, das für offenheit und neugierde steht und am premierenabend bei jung und alt gut ankam.

vorarlberger nachrichten, 25.5.2005

die kecke suche nach dem glauben.
mit dem sympathischen stück "ich bin polleke!" verzaubert das theater der figur am saumarkt in feldkirch junge wie alte besucherInnen.

"der glaube an die liebe. das ist das wichtigste", sagt der vater zu seiner dreizehnjährigen tochter: polleke hat gerade ihren großvater verloren. ihre mutter und ihr lehrer, die zusammen sind, streiten viel und ihr marokkanischer freund mimun trifft in marokko seine verlobte. das erwachsenwerden steckt voller herausforderungen. polleke weiß nicht, ob sie überhaupt an etwas glauben kann. die protagonistin lernt in zahlreichen kleinen episoden etwas dazu und das wirkt, trotz der vielen themen, weder aufdringlich noch belehrend. in zahlreichen szenewechseln bewegt sich die freche polleke im komplizierten familienleben wie auch in der welt der kulturen und des glaubens. für teenager eine schwer zu fassende problematik.
liebevoll inszeniert.
der/die theaterbesucherIn, der/die sich trotz der sommerlichen temperaturen in das theater am saumarkt begeben hatte, wurde überrascht. sabine wöllgens schafft aus dem stoff des niederländers guus kuijer ein sympathisches, liebevoll inszeniertes stück, das einen in die welt der neugierigen polleke entführt. dabei bleibt es realistisch und erklärt viel. 
die phantasievolle ausstattung von johannes rausch und evelyne m. fricker erlaubt trotz der kleinen bühne einen raschen szenewechsel, der immer nachvollziehbar bleibt. es liegt auch an den drei frischen und energiegeladenen schauspielerInnen (birgit unger, lissie poetter und martin meißner), dass der rasche wechsel innerhalb von einem dutzend verschiedener figuren immer klar erkennbar bleibt. das stück ist nicht nur für junges, sondern auch für älteres publikum spannend und aufregend.

neue vorarlberger tageszeitung, 26.5.2009

 

  

 

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